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 Weihnachtsgedicht

Mit Vorwort von Kassowart von Sondermühlen
Ja, wen juckte es nicht in der Feder, wenn die Festtage wieder nahen und dem Hobbydichter mancherlei Gelegenheit zum poetischen Schaffen offerieren? "Wer sein Baum im Wald vergessen, und an des Weibes Fröhlichkeit allein dasteht..." Ja, meine Damen und Herren, es hat sich nicht viel geändert, seit meine Wenigkeit 1945 am ersten Weihnachtsfeste nach den dunklen Jahren diese Zeilen zu Papier brachte. Die Feiertage sind auch in der Erlebniswelt des modernen Menschen überschattet von einem archaischen Verlusterlebnis, dem nur über die Poesie beizukommen ist. 1990 legte Onkel Hotte sein schmales Bändchen "Pissen, Ficken, Blasen, alles auf dem Rasen" vor. Die Kritik war entsetzt, doch hätten sie nur einmal hinein geschaut in diese wundersame Sammlung eigenwilliger Poesie, sie hätten vermutlich anders geurteilt. Onkel Hotte hat uns mit dem kleinen Büchlein eines der schönsten Werke erbaulicher Lyrik am Ausgang des zwanzigsten Jahrhunderts geschenkt. Hier ist sein Gedicht an die Weihnacht.

Ganz dolle erleuchtet ist die Gasse.
Still und starrlich ruht der See.
Auf der tiefverschneiten Straße
Liegt ein totgefahrenes Reh.

Weihnachten ist angekommen getan.
Alle Kinder freuen sich doll.
Mama ist grad' hingefallen.
Papa ist schon wieder voll.

Der Weihnachtsbaum ist hell erleuchtet,
Denn grad' fängt er zu brennen an.
Da klopft es draußen an das Tore.
Ist das wohl Herr Weihnachtsmann?

Doch es sind nur die Verwandten,
Die da stehen vor der Türe.
Oma, Opa, Onkel, Tanten,
Die alten Feiertags-Geschwüre.

Da kömmt Knecht Ruprecht mit dem Schlitten,
Fährt voll in Papas Manta rein.
Der sagt: "Na der kann was erleben!
Dem hau ich jetzt die Fresse ein!"

Die Kinder fangen an zu flennen.
Von ferne naht die Polizei.
Der Baum ist immer noch am brennen.
Und Heiligabend ist vorbei.

Jaha.



olly, 07.12.2007 10:30
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